Short track – was ist das für eine Form des Eisschnelllaufs?
Short track, also der Kurzstrecken-Eisschnelllauf, ist eine Variante des klassischen Eisschnelllaufs, die sich vor allem durch die Bahn und den Rennstil unterscheidet. Während der traditionelle Eisschnelllauf auf einer langen, ovalen 400-Meter-Bahn stattfindet, wird Short track auf einer deutlich kürzeren Strecke von 111,12 Metern ausgetragen, die innerhalb einer regulären Eishockeyfläche markiert ist.
Im Gegensatz zum Einzelzeitfahren starten die Sportler in Gruppen von vier bis acht Personen – je nach Distanz und Runde. Dadurch wird das Rennen deutlich dynamischer und körperbetonter. Es zählen nicht nur Geschwindigkeit, sondern auch Taktik, Cleverness und Positionskampf. Genau diese dichte Konkurrenz mit Überholmanövern, engen Duellen und Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h macht Short track so spektakulär.
Short track – Wettkampfregeln
Um diese Disziplin wirklich zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die Regeln des Short track, die den Rennverlauf bestimmen. Gelaufen werden Einzelrennen über 500, 1000 und 1500 Meter sowie Staffelwettbewerbe – 3000 Meter für Frauen und 5000 Meter für Männer.
Der Start erfolgt gemeinsam aus einer Linie. Gelaufen wird gegen den Uhrzeigersinn. Ein zentrales Element ist das Überholen: innen oder außen ist erlaubt, doch Blockieren, Stoßen oder absichtliches Abdrängen sind verboten.
Leichte Schulterkontakte sind zwar üblich, doch jedes Foul – etwa gefährliche Rempler oder das Schneiden der Bahn – wird bestraft, meist mit Zurücksetzung ans Ende des Feldes oder Disqualifikation.
Zu den wichtigsten Regeln gehören:
- Verbot des gefährlichen Blockierens oder Abdrängens
- Überholen nur auf sichere Weise
- Strafen bei Behinderung anderer
- Disqualifikation bei groben Vergehen
Die Schiedsrichter analysieren die Rennen häufig mithilfe von Videoaufnahmen. Dadurch ist Short track nicht nur ein Sport der Geschwindigkeit, sondern auch der Taktik und Nervenstärke.
Ausrüstung und Vorbereitung der Short-Track-Athleten
Die Ausrüstung im Short track ist speziell auf die dynamische Fahrweise abgestimmt. Die Schlittschuhe besitzen eine seitlich versetzte Kufe (Offset-Kufe), die extreme Schräglagen in den Kurven bei hohem Tempo erleichtert.
Die Anzüge sind eng anliegend, aerodynamisch und mit Kevlar-Verstärkungen an Armen und Beinen ausgestattet, um vor Schnittverletzungen durch Kufen zu schützen. Zur Pflichtausrüstung gehören außerdem Helm, Handschuhe sowie Schutz für Hals, Schienbeine, Knie und Ellbogen.
Das Training kombiniert Kraft, Schnelligkeit und Technik. Auf dem Eis werden Starts, Slaloms, Überholmanöver und direkte Zweikämpfe trainiert. Abseits des Eises stehen Radfahren, Krafttraining, Koordinationsübungen und Propriozeption auf dem Plan. Neben Kondition sind auch mentale Stärke und schnelle Reaktionen entscheidend.
Short track bei den Olympischen Spielen
Short track bei Olympia steht für Emotionen auf höchstem Niveau. Der Sport feierte sein Debüt als Demonstrationsdisziplin bei den Spielen 1988 in Calgary und ist seit Albertville 1992 fester Bestandteil des olympischen Programms.
Die olympischen Wettbewerbe ziehen die besten Läuferinnen und Läufer der Welt an, und der Kampf um Gold ist extrem intensiv. Für viele Athlet:innen bedeutet eine olympische goldene Medaille die Erfüllung eines Lebenstraums.
Namen wie Arianna Fontana mit elf olympischen Medaillen oder die dominierenden Teams aus China und Südkorea zeigen, welche Legenden dieser Sport hervorgebracht hat. Gerade bei Olympia zeigt Short track seine dramatischste Seite – Zieleinläufe auf den letzten Zentimetern, Fotofinishes und überraschende Wendungen.
Bei den Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo werden neun Entscheidungen im Short track ausgetragen, darunter Einzelrennen und eine Mixed-Staffel. Direkte K.-o.-Runden und packende Finals sind dabei garantiert.
Short-Track-Wettbewerbe – Emotionen, Rivalität und Auszeichnungen
Jeder Short-Track-Wettkampf – von lokalen Vereinsrennen über Deutsche Meisterschaften bis hin zu Weltmeisterschaften, Europameisterschaften oder der ISU Short Track World Tour – bietet intensive Spannung.
Das absolute Highlight sind natürlich die Olympischen Spiele – 2026 finden die Winterspiele in Mailand und Cortina statt und umfassen neun Shorttrack-Wettbewerbe (vier Einzelwettbewerbe für Männer und Frauen sowie eine 2000-Meter-Mixed-Staffel). Das K.-o.-System und der Kampf um den Sieg in jedem Finale prägen den Shorttrack-Eisschnelllauf auf höchstem Niveau.
Jeder Shorttrack-Wettbewerb ist ein Hochgenuss: Die Athleten kämpfen sich durch Vorläufe, Viertelfinale, Halbfinale und Finale, die alle in einem einzigen, dramatischen Rennen entschieden werden können. Es geht nicht nur um Sekunden, sondern auch um einzigartige Preise. Personalisierte Pokale und Trophäen mit den Eisläufern in Aktion machen das Podium unvergesslich.
Warum begeistert Short track Fans auf der ganzen Welt?
Short track ist ein Sport, bei dem keine Langeweile aufkommt. Seine Dynamik, Spektakel und Unberechenbarkeit ziehen Zuschauer weltweit in den Bann. Kurze, intensive Rennen, schnelle Richtungswechsel, direkter Körperkontakt und ständige Positionskämpfe sorgen dafür, dass jedes Rennen bis zur letzten Sekunde Spannung bietet.
Kein Wunder also, dass Short track von Jahr zu Jahr populärer wird und seine Heldinnen und Helden sich ihren Platz in der Geschichte des Wintersports sichern. Hier treffen Adrenalin und Strategie aufeinander – und ein einziges mutiges Manöver kann den gesamten Rennverlauf verändern.
Genau deshalb schaut man Short track mit angehaltenem Atem.






