Mehr über den Gesellschaftstanz erfährst du in unserem Artikel:
Gesellschaftstanz – Stile, Turniere und Trophäen für Tänzerinnen und Tänzer.
Lateinamerikanische Tänze – Überblick
Im Turniertanz unterscheidet man fünf klassische lateinamerikanische Tänze, die jeweils ihren eigenen Stil, Charakter und typische Bewegungen haben. Dazu gehören Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Paso Doble und Jive. Jeder dieser Tänze transportiert andere Emotionen – von Sinnlichkeit und Romantik über Dramatik bis hin zu Lebensfreude und Energie.
Samba – der Rhythmus Brasiliens
Im Tanzsport wird Samba als Paartanz getanzt, bei dem Synchronisation und fließende Bewegungen entscheidend sind. Zu den Grundelementen zählen:
- Forward Basic – Vorwärtsschritt mit Hüftrotation
- Whisk – seitliche Bewegungen mit rhythmischer Betonung
Die Musik ist schnell (ca. 50–52 Takte pro Minute) und geprägt von Percussion und Blasinstrumenten. Typische Kostüme sind farbenfroh und bewegungsbetont – Fransen- oder Glitzerkleider für Damen und lockere, elegante Outfits für Herren.
Cha-Cha-Cha – kubanischer Rhythmus voller Energie
Der Cha-Cha-Cha entstand in den 1950er-Jahren auf Kuba als Weiterentwicklung des Mambo. Sein Name leitet sich vom charakteristischen Klang der Schritte „cha-cha-cha“ ab. Der Tanz ist rhythmisch, lebendig und verspielt – mit klaren Bewegungen und viel Ausdruck.
Zentrales Element ist der typische Dreierschritt aus zwei schnellen und einem langsameren Schritt. Wichtige Figuren sind:
- New York – seitliche Öffnung mit Drehung
- Spot Turn – Drehung auf der Stelle
Rumba – der sinnliche und romantische Tanz
In der Rumba spielen Details eine große Rolle: Körperhaltung, Hüftbewegung und Blickkontakt. Zu den Grundschritten gehören:
- Box Step – quadratische Schrittfolge
- Cucaracha – seitliche Schritte mit Gewichtsverlagerung
Das Tempo liegt bei etwa 25–27 Takten pro Minute, meist zu ruhiger, melodischer Musik. Die Kleidung ist elegant und betont die Linien des Körpers.
Paso Doble – Dramatik und Ausdruck
Paso Doble ist ein ausdrucksstarker Tanz, der von der spanischen Stierkampfkultur inspiriert ist. Er ist kraftvoll, stolz und sehr theatralisch. Der Herr verkörpert häufig den Torero, während die Dame symbolisch das rote Tuch darstellt.
Typische Elemente sind:
- Appell – kraftvolles Auftreten mit dem Fuß
- Chassé – schnelle Verfolgungsschritte
Die Musik ist marschartig, mit einem Tempo von ca. 58–62 Takten pro Minute. Die Kostüme orientieren sich an der spanischen Tradition und unterstreichen die dramatische Wirkung. Paso Doble zeigt eindrucksvoll, wie Tanz eine Geschichte erzählen kann.
Jive – schnell, fröhlich und energiegeladen
Der Jive ist ein sehr schneller, lebhafter Tanz mit Elementen aus Swing, Jazz und Rock’n’Roll. Er entstand in den USA in den 1940er-Jahren und ist heute fester Bestandteil der lateinamerikanischen Turniertänze.
Turniere für lateinamerikanische Tänze
Turniere für lateinamerikanische Tänze sind geprägt von Emotionen, sportlichem Ehrgeiz und Begeisterung. Amateur- und Profitänzer präsentieren Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Paso Doble und Jive und werden von Wertungsrichtern nach Technik, Synchronität, Ausdruck und Musikalität bewertet.
Neben dem Wettkampf bieten Turniere auch Inspiration, Erfahrungsaustausch und Motivation. Die besten Paare werden mit Tanzpokalen, Tanzmedaillen oder Tanz-Trophäen ausgezeichnet – sichtbare Symbole für Erfolg und harte Arbeit.
Warum sollte man lateinamerikanische Tänze ausprobieren?
Lateinamerikanische Tänze bieten eine einzigartige Kombination aus Technik, Rhythmus und Emotion. Von der brasilianischen Samba über die kubanische Rumba bis hin zum energiegeladenen Jive – jeder Tanz fördert Körpergefühl, Ausdauer, Musikalität und Selbstbewusstsein.
Egal, ob du aus Freude tanzt oder auf Turnieren antrittst: Lateintänze sind ein intensives Erlebnis und eine ideale Möglichkeit, Leidenschaft und Bewegung zu verbinden.
Häufig gestellte Fragen zu lateinamerikanischen Tänzen – FAQ
1. Welche Tänze gehören zu den lateinamerikanischen Tänzen?
Zu den bekanntesten zählen Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Paso Doble und Jive.
2. Wie viele lateinamerikanische Tänze gibt es im Turniertanz?
Im klassischen Tanzsport unterscheidet man fünf lateinamerikanische Turniertänze: Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Paso Doble und Jive.
3. Welcher lateinamerikanische Tanz ist am schwierigsten?
Das ist individuell verschieden. Technisch gelten oft Paso Doble und Samba als besonders anspruchsvoll, während Jive sehr hohe konditionelle Anforderungen stellt.
4. Worin unterscheiden sich lateinamerikanische Tänze von Standardtänzen?
Lateintänze legen mehr Wert auf Rhythmus, Ausdruck und Hüftbewegungen. Standardtänze wie Walzer oder Foxtrott sind dagegen fließender und eleganter.
5. Welche Kleidung ist typisch für lateinamerikanische Tänze?
Damen tragen meist kurze, verzierte Kleider mit Fransen oder Pailletten, Herren elegante Hemden und Hosen, die Bewegungsfreiheit ermöglichen.






