Eisangeln – Wo, wann und welche Fische man unter dem Eis fangen kann

Für viele Angler endet ihre Leidenschaft nicht mit den ersten Frosttagen. Ganz im Gegenteil – gerade dann beginnt eine besondere, emotionale Zeit: das Eisangeln. Diese Form des Winterangelns zieht seit Jahren Liebhaber der Stille, der Natur und einzigartiger Erlebnisse an, die sich nicht mit sommerlichen Ausflügen vergleichen lassen.

Gefrorene Seen eröffnen die Möglichkeit, eine ganz andere Welt zu entdecken – ruhiger, anspruchsvoller, aber dafür umso befriedigender. In Deutschland gewinnt das Eisangeln zunehmend an Popularität und wird von vielen Anglern als natürliche Ergänzung zur traditionellen Angelsaison betrachtet.

Was ist Eisangeln eigentlich?

Einfach gesagt handelt es sich um das Angeln durch Löcher, die in die Eisdecke eines Sees gebohrt werden. Diese Methode gehört zu den ältesten Fischfangtechniken in nördlichen Regionen – ursprünglich angepasst an harte klimatische Bedingungen, heute vor allem aus Freizeit- und Sportgründen praktiziert.

Eisangeln, auch „ice fishing“ genannt, erfolgt mit kurzen Ruten, Ködern und Werkzeugen, die an winterliche Bedingungen angepasst sind. Der Angler sitzt oder steht direkt auf der Eisfläche. Der größte Unterschied zum Sommerangeln liegt in der begrenzten Bewegungsfreiheit – statt weite Würfe sind präzises Arbeiten in kleinen Löchern und Geduld gefragt, da Fische bei Kälte weniger aktiv sind.

Die Beliebtheit von Ice Fishing steigt durch die Verfügbarkeit von Ausrüstung, zunehmendes Bewusstsein für Sicherheit und anglerische Communities, die Events organisieren und Erfahrungen teilen – für viele ist es nicht nur ein Hobby, sondern ein Lebensstil.

Eisangeln weltweit – Traditionen und beliebte Regionen

Während das Eisangeln in Deutschland seit Jahrzehnten bekannt ist, liegen die internationalen Zentren der Sportart weiter nördlich. In Finnland, Schweden und Norwegen ist Ice Fishing fast kulturell verankert – sowohl freizeit- als auch sportlich betrieben.

In Kanada und den USA (insbesondere Minnesota, Alaska und die Großen Seen) ist das Eisangeln nicht nur Tradition, sondern auch ein Wirtschaftszweig – mit bekannten „Ice Shacks“, kleinen Hütten auf dem Eis, die stundenlanges Angeln in Wärme und Komfort ermöglichen, sowie Festivals und Turnieren, bei denen Preise vergeben werden.

Ein Mann in gelber Jacke und grünen Gummistiefeln sitzt auf einer schneebedeckten, vereisten Fläche und angelt. Ein gefangener Barsch hängt an einer Angelrute und ragt aus einem Bohrloch. Drei weitere Fische liegen daneben. Im Hintergrund ist ein weißer Behälter zu sehen. Die Szene vermittelt den Eindruck eines Wintertages beim Eisangeln.

Russland ist für groß angelegte Fänge in Sibirien bekannt, wo ganze Dörfer an rituellen Winterfängen teilnehmen. Weltweit finden zudem Wettkämpfe wie die World Ice Fishing Championships statt, zum Beispiel in der Mongolei oder Litauen, bei denen die besten Angler aus verschiedenen Ländern um beeindruckende Angeln-Trophäen wetteifern.

Eisangeln in Deutschland

Auch in Deutschland gibt es zahlreiche geeignete Plätze für Winterausflüge. Besonders bekannt sind die Seen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Schleswig-Holstein, die schnell und stabil zufrieren. Beliebte Gewässer sind zum Beispiel der Müritzsee, der Plauer See, der Steinhuder Meer sowie kleinere Seen in Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen. Auch Flüsse wie die Elbe oder die Oder können in zufrierenden Abschnitten genutzt werden.
Die Saison hängt stark von den Wetterbedingungen ab – meist beginnt sie Ende Dezember oder Anfang Januar. In besonders kalten Jahren kann das Eisangeln bereits Mitte Dezember möglich sein. Wichtig ist jedoch stets, dass die Eisstärke mindestens 10–15 cm beträgt, um sicher begehbar zu sein.

Unter deutschen Bedingungen lassen sich im Winter fangen:

  • Barsch – der am häufigsten geangelte Fisch beim Eisangeln,
  • Rotauge – sehr aktiv auch bei niedrigen Temperaturen,
  • Brassen – anspruchsvoll, aber oft in beeindruckender Größe,
  • Hecht – meist durch Köderfische gefangen,
  • Felchen oder Reinanken – eher für erfahrene Angler.

Manchmal gelingt es Anglern auch, Zander, Aal oder Forelle in Flüssen zu fangen. Lokale Einschränkungen wie Fanglimits oder Schonzeiten müssen beachtet werden – immer die Vorschriften des Deutschen Anglerverbandes (DAV) prüfen. Nachts und allein darf nicht geangelt werden.

Ausrüstung und Anforderungen beim Eisangeln

Obwohl Eisangeln keine umfangreiche Ausrüstung erfordert, sind Sicherheit und Komfort entscheidend. Grundlage ist ein Eisbohrer, um ein Loch zu machen. Dazu kommen eine kurze Winterangelrute (bis 40 cm) mit weicher Spitze („Balalaika“), eine temperaturresistente Angelschnur und passende Köder.

Viele Angler nutzen zudem:

  • Steigeisen oder Spikes für sicheren Stand,
  • Sicherheitsleine,
  • Sitzhocker oder Matte,
  • Zelt oder Windschutz,
  • Thermounterwäsche und warme Winterkleidung,
  • Echolote oder Sonar für niedrige Temperaturen.

Die Ausrüstung ist heute gut verfügbar, und moderne Lösungen erhöhen die Fangchancen auch bei strengen Minusgraden erheblich.

Methoden beim Eisangeln – Mormyschka, Schwimmer und Blinker

Die klassischste und beliebteste Technik ist das Mormyschka-Angeln – ein kleiner, meist wolframfarbener Köder, der Wasserinsekten imitiert. Der Angler zupft ihn vorsichtig, um die Bewegung eines Insekts nachzuahmen. Diese Methode ist besonders effektiv beim Fang von Barsch, Rotauge oder Karpfenartigen.

Eine weitere beliebte Technik ist das Angeln mit dem Schwimmer, ideal für ruhigere, vorsichtig fressende Fische im Winter. Ebenso effektiv sind kleine Blätter und Wobbler, die kleine Fische nachahmen und größere Barsche oder Hechte provozieren.

Wettkämpfe und Trophäen – der sportliche Aspekt des Eisangelns

Weltweit nehmen die Veranstalter von Eisangelwettkämpfen jedes Jahr zu. Die Teilnehmer angeln in begrenzter Zeit (z. B. 3–4 Stunden) durch gebohrte Löcher, Lockmittel werden eingesetzt und Fische gefangen. Die Bewertung erfolgt nach Anzahl und Gewicht, gemessen mit Waagen oder Maßbändern auf 5 g genau – die Fische müssen lebendig wieder freigelassen werden. Punkte werden für Art und Größe vergeben, Fairplay steht im Vordergrund. Die besten Angler erhalten eindrucksvolle Preise – von Urkunden über Medaillen bis hin zu Anglerpokalen.

Warum Eisangeln eine Chance wert ist?

Eisangeln ist ein faszinierendes Hobby, das es ermöglicht, die Leidenschaft das ganze Jahr über fortzuführen. Mit der richtigen Ausrüstung, Beachtung der Sicherheitsregeln und etwas Geduld können Winterausflüge zu den befriedigendsten Momenten im Anglerkalender werden.

Wer lokale Ice-Fishing-Wettbewerbe organisiert, sollte für passende Preise sorgen – etwa eindrucksvolle Pokale für Angelwettbewerbe, die den Rang der Veranstaltung betonen, die sportliche Atmosphäre fördern und den Siegern nicht nur den Fang, sondern auch eine bleibende Erinnerung an winterliche Erlebnisse bieten.

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