Was ist Springreiten?
Springreiten ist eine Reitsportdisziplin, bei der Pferd und Reiter einen Parcours mit verschiedenen Hindernissen überwinden müssen. Ziel ist es, alle Sprünge innerhalb einer vorgegebenen Zeit und mit möglichst wenigen Fehlern zu absolvieren. Jede Runde erfordert höchste Präzision, Reaktionsschnelligkeit und ein perfektes Zusammenspiel zwischen Reiter und Pferd.
Im Gegensatz zu anderen Disziplinen wie der Dressur, bei der es auf exakte Bewegungsabläufe ankommt, oder der Vielseitigkeit (Eventing), die mehrere Prüfungen kombiniert, steht beim Springreiten das Überwinden von Hindernissen im Vordergrund. Es ist nicht nur eine körperliche, sondern auch eine mentale Herausforderung, die Vertrauen und gegenseitiges Verständnis zwischen Pferd und Reiter aufbaut.
Regeln im Springreiten
Die Regeln im Springreiten sind klar definiert und erfordern viel Erfahrung und Konzentration. Die Bewertung basiert hauptsächlich auf Fehlerpunkten und Zeit, in manchen Prüfungen auch auf Stilnoten.
Die wichtigsten Bewertungskriterien sind:
- Fehlerpunkte („Faults“)
- Abwurf einer Stange: 4 Strafpunkte
- Verweigerung oder Sturz: Disqualifikation oder zusätzliche Strafen
- Zeit
- Je schneller und fehlerfreier der Parcours, desto besser
- Zeitüberschreitung: 1 Strafpunkt je angefangene 4 Sekunden
- Stil und Technik
- In Stilprüfungen werden Sitz, Einwirkung und Springtechnik bewertet
Arten von Hindernissen im Springreiten
Im Springreiten kommen unterschiedliche Hindernisse zum Einsatz, die den Schwierigkeitsgrad des Parcours erhöhen:
- Steilsprung (Vertical) – senkrechtes Hindernis mit einer oder mehreren Stangen
- Kreuz (Crossrail) – zwei gekreuzte Stangen in X-Form
- Oxer – breites Hindernis aus zwei Elementen
- Double Bar – ähnlich dem Oxer, hintere Stange gleich hoch oder höher
- Triple Bar (Pyramide/Fächer) – drei ansteigende Elemente
- Mauer – optisch massive Wand aus leichten Blöcken
- Wassergraben – weiter Sprung ohne Höhenüberwindung
- Buschhindernis – Steilsprung mit dekorativen Zweigen
- Schwedisches Tor – mit tiefstem Punkt in der Mitte
- Geländehindernisse – feste Elemente wie Tisch oder Bank (vor allem im Eventing)
Klassen und Schwierigkeitsstufen im deutschen Springreiten
In Deutschland werden Springprüfungen nach einem einheitlichen Klassensystem eingeteilt, das sich an der Höhe der Hindernisse orientiert:
Klasse E – Einsteigerklasse, Hindernisse bis ca. 80 cm
Klasse A – ca. 90–95 cm
Klasse L – ca. 100–110 cm
Klasse M – mittelschwer, ca. 120–130 cm
Klasse S – schwerste Klasse, ab 140 cm bis 160 cm (international)
Dieses System ermöglicht einen klaren Leistungsaufbau für Reiter und Pferde.
Springreitturniere in Deutschland
Springreitturniere sind emotionale Sportereignisse voller Spannung und sportlicher Höchstleistungen. Prüfungen bestehen meist aus einer Grundrunde, einem Stechen (Barragelauf) und teilweise einem Finale.
In Deutschland zählen zu den bekanntesten Veranstaltungen:
- CHIO Aachen – eines der renommiertesten Reitturniere der Welt
- Hamburg Derby (CSI Hamburg)
- German Masters Stuttgart
- CSI Frankfurt, CSI München sowie zahlreiche regionale Turniere
Für viele Reiter ist ein fehlerfreier Ritt genauso wichtig wie ein Platz auf dem Podium. Dort warten hochwertige Reitpokale, elegante Springreit-Trophäen und individuell gestaltete Reitsport-Trophäen, die in jedem Reitstall mit Stolz präsentiert werden.
Zusammenfassung
Häufig gestellte Fragen zum Springreiten – FAQ
1. Was ist Springreiten?
Springreiten ist eine Reitsportdisziplin, bei der Pferd und Reiter einen Hindernisparcours in vorgegebener Zeit und mit möglichst wenigen Fehlern absolvieren.
2. Welche Springklassen gibt es in Deutschland?
Die Klassen sind E, A, L, M und S – sie unterscheiden sich hauptsächlich durch die Höhe und Schwierigkeit der Hindernisse.
3. Welche Hindernisse gibt es im Springreiten?
Typisch sind Steilsprünge, Oxer, Kreuzsprünge, Kombinationen und Wassergräben – jedes erfordert eine andere Technik.
4. Was sind die häufigsten Fehler im Springreiten?
Abwürfe, Verweigerungen, Zeitüberschreitung sowie ein zu hohes oder zu niedriges Tempo.






